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Sparen allein reicht nicht — der Schritt, den ich viel zu lange aufgeschoben habe

Ich bin hier seit Jahren unterwegs und habe beim Sparen inzwischen so ziemlich alles umgesetzt, was in diesem Board diskutiert wird. Verträge geprüft, Abos ausgemistet, Anbieter gewechselt, Vorräte planvoll gekauft. Das funktioniert, und es hat bei mir einen dreistelligen Betrag im Monat freigemacht.

Was ich dabei lange übersehen habe: Sparen erzeugt kein Vermögen. Es verhindert nur, dass Geld abfließt. Der freigewordene Betrag lag bei mir jahrelang auf dem Tagesgeldkonto und verlor dort still an Kaufkraft, während ich mich über den nächsten optimierten Vertrag gefreut habe.

Diese Lücke ist mir erst aufgefallen, als ich zurückgerechnet habe. In sechs Jahren konsequentem Sparen war eine ordentliche Summe zusammengekommen. Was in derselben Zeit an Kaufkraft verloren ging, hat einen erheblichen Teil davon wieder aufgefressen. Die Sparleistung war da, der Effekt war deutlich kleiner als gedacht.

Der zweite Punkt, den ich unterschätzt hatte: Sparen hat eine natürliche Grenze. Irgendwann sind die Verträge optimiert und der Konsum reduziert. Ab da geht es nur noch über Verzicht, der wehtut. Anlegen dagegen hat keine solche Obergrenze, weil dort die Zeit arbeitet und nicht der Verzicht.

Ich habe mich deshalb mit Dividendenwerten beschäftigt. Das passt für mich gut zum Grundgedanken hier, weil es dieselbe Logik ist: Man baut etwas auf, das laufend etwas abwirft, statt Substanz zu verbrauchen. Nur eben auf der Einnahmenseite statt auf der Kostenseite.

Weil ich davon keine Ahnung hatte, habe ich einen Kurs genommen, die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, bekannt als Dividenden Backpacker. Für jemanden, der sonst jeden Euro dreimal umdreht, war das eine ungewohnte Ausgabe, und ich habe entsprechend lange überlegt.

Elf Kapitel, mehr als 65 einzelne Einheiten, zusammen jenseits von elf Stunden. Behandelt werden Auswahl, Bewertung und Kauf- wie Verkaufszeitpunkte. Ein Newsroom mit nachgeliefertem Material gehört dazu. Die Zahlung ist einmalig, ohne Abo. Der Anbieter beziffert die Zahl der bisherigen Teilnehmer auf mehr als 700.

Was gut zu unserer Denkweise passt: Es geht viel um Genügsamkeit und Geduld. Man kauft wenige Dinge, prüft sie gründlich und behält sie lange. Das ist im Kern dieselbe Haltung, mit der man auch beim Konsum besser fährt, und deshalb hat es sich für mich stimmig angefühlt.

Der Teil, der mir am meisten gebracht hat, war die Prüfung, ob eine Ausschüttung überhaupt gedeckt ist. Ich hätte sonst intuitiv nach der höchsten Rendite gesucht, so wie man beim Einkaufen nach dem niedrigsten Preis schaut. Bei Aktien führt genau das in die falsche Richtung, weil ein auffällig gutes Angebot dort meistens einen Grund hat.

Ehrlich dazu: Angelegtes Geld kann weniger werden. Kurse fallen, teils erheblich. Eine Ausschüttung steht nicht fest, sie wird Jahr für Jahr neu entschieden. Wer sein Erspartes braucht, sollte es nicht anlegen. Der Notgroschen gehört aufs Konto, nicht ins Depot.

Zur Einordnung meines Interesses: Für Käufe über meinen Partnerlink bekomme ich eine Provision. Wer die Kapitelübersicht ansehen will, findet die vollständige Gliederung beim Anbieter. Wer den Link nicht nutzen möchte, findet den Kurs über den Namen.

Was ich hier im Board vermisse: Wir diskutieren sehr detailliert über Einsparungen von wenigen Euro im Monat und praktisch nie darüber, was mit dem Gesparten passiert. Dabei entscheidet der zweite Teil über den langfristigen Effekt viel stärker als der erste.

Ein praktischer Zwischenschritt, den ich empfehlen würde: Erst den Notgroschen aufbauen, drei bis sechs Monatsausgaben, und wirklich erst danach anfangen anzulegen. Wer das überspringt, muss beim ersten kaputten Gerät verkaufen und macht dabei oft Verlust.

Was ich zusätzlich gelernt habe: Auf Gebühren zu achten lohnt sich beim Anlegen genauso wie beim Stromvertrag. Ein Depot, das jährliche Kosten verlangt, und Kaufgebühren, die bei kleinen Beträgen einen spürbaren Anteil ausmachen, fressen über Jahre einen erstaunlichen Teil des Ertrags. Das ist genau unsere Kernkompetenz hier, nur an anderer Stelle angewendet.

Wie handhabt ihr das? Bleibt euer Gespartes auf dem Konto, oder legt ihr es an? Und falls ja, ab welchem Betrag habt ihr damit angefangen?

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